TRACHTEN . ALPINE FASHION & LIFESTYLE

Die Lederhose – eine Hose für die Ewigkeit

Hat man die Lederhose vor Jahrzehnten noch als spießige Mode für Altbackene gesehen, ist sie heute bei Jung und Alt absolut im Trend und auf der ganzen Welt bekannt. Zu verdanken ist diese Tatsache vor allem dem Münchener Oktoberfest.

MÄNNER HABEN UND LIEBEN SIE – DIE LEDERHOSE

Woher kommt die Faszination für dieses Kleidungsstück?
War die Lederhose früher ein absolutes „No Go“, wird sie heute das ganze Jahr über zu Hochzeiten, Events und verschiedenen Feierlichkeiten getragen. Die Lederhose gibt es kurz, knielang oder ganz lang, in verschiedenen Farben, von der Stange oder individuell angefertigt. Sie steht für Männlichkeit, Tragekomfort, Bequemlichkeit und überzeugt durch ihre robusten Eigenschaften. Neben den klassischen gibt es auch außergewöhnliche Einzelstücke und Modelle, die aufgrund ihrer Designs auch die junge Generation ansprechen.

Meindl Fashion, größter und bekanntester Lederhosenhersteller, fertigt Lederhosen bereits seit vielen Generationen und überzeugt mit erstklassiger Qualität, langjähriger Erfahrung und einem unvergleichbar vielseitigen Angebot an Lederfarben, Formen und Stickereien. Die Lederhosen von Meindl Fashion liegen preislich je nach Modell im Durchschnitt zwischen ca. € 700,00 € und ca. € 1.300,00 € sind erhältlich im Meindl Authentic Luxury Store München, sowie in guten Trachtenfachgeschäften.
Sucht ein Lederhosenliebhaber ein individuelles Stück, das qualitativ hochwertig, traditionell und modern zugleich bis hin zu extravagant ist, dann gibt es neben den traditionellen Säcklern auch kleinere Lederhosenhersteller und Designer wie Bär Leder & Tracht, franzmünchinger, CocoVero, Daniel Fendler und Himmel Arsch & Zwirn. Diese Lederhosen kosten je nach Modell zwischen € 500,00 und € 1.150,00 und können direkt beim jeweiligen Anbieter, meist sogar im Online Shop erworben werden.


Was hat es mit der Lederhose eigentlich auf sich?




Im 16. und 17. Jahrhundert war die Lederhose eine klassische Arbeitshose, zusammengehalten mit Kälberstricken und aus billigem Schweinsleder. 1883 sah ein Dorfschullehrer in Bayrischzell in Oberbayern die Lederhose vom Aussterben bedroht und gründete den erste Trachtenverein. Von da an wurde die Kniebundlederhose Teil der Festtagskleidung. Die Kirche war darüber empört, denn nackte Beine würden die Lüsternheit fördern – König Ludwig II dagegen war begeistert. So nahm die Lederhosen-Ära ihren Lauf. Von Herzog Max bis Prinz Luitpold zeigte sich nun auch der Adel in der kurzen Lederhose. Individualität spielte schon damals eine Rolle und so begann man, die Lederhose mit Edelweiß und Enzian zu verzierten.

Gefertigt werden die sogenannten „echten Lederhosen“ von Hand und in vielen einzelnen Schritten vom Säckler, ein altes Handwerk zur Herstellung von Lederwaren – heute auch Lederhosenmacher genannt. Zum Glück gibt es diese Handwerkskunst noch, wenn auch immer seltener. Die heutigen Säckler findet man vor allem in Bayern und Österreich.

Wartezeiten von mehreren Monaten und Preise ab 2.500 € sind für eine handgefertigte Lederhose vom Säckler keine Seltenheit. Die Preise sind nachvollziehbar, wenn man an die vielen Stunden für die Fertigstellung denkt, bis zu 60 Stunden feinste Handarbeit, alleine bis zu 20 Stunden nur für die aufwendige Stickerei. Dafür kann der Kunde meist die Lederhosenfarbe dunkel, mittelbraun, grau oder hellbeige und die Farbe der Stickseide wählen. Jede Lederhose wird vom Säckler für den Kunden maßgeschneidert, damit sie perfekt sitzt. An der Rückseite der Lederhose ist ein Schlitzfleck eingearbeitet, eine Art Zwickel, damit die Weite des Bundes über die Jahre ein bisschen flexibel bleibt. Der Säckler verarbeitet überwiegend hochwertiges Hirschleder. Bei einer Kniebundlederhose wird in der Regel die Haut von zwei Hirschen gebraucht. Vor allem das Sticken der Verzierung ist wie die Handschrift des Säcklers: ob Ornamente mit Steppstich oder feine Plattstickerei. Für die gewünschte Stickerei stehen den Kunden meist viele – auch viele alte Musterlagen zur Auswahl, die von den Säcklern wie ein Schatz gehütet werden.
Trachtenkenner können sogar aufgrund des Schnittes, der verwendeten Garne und der Art der Stickerei zuordnen, aus welcher Gegend der Lederhosenträger bzw. Säckler stammt.

LEDERHOSEN UND DAS THEMA WASCHEN

Mit den Jahren bekommt die Lederhose eine gewisse Patina. Für viele ist Waschen deshalb ein absolutes Tabu, da die Flecken auf der Lederhose das erfüllte Leben des Trägers zeigen sollen. Hier gilt vor allem: je hochwertiger, umso pflegeleichter. Während hochwertiges Hirschleder dehnbar wie Stretchmaterial ist und über Jahre unverändert bleibt, wird minderwertiges Leder von Rind, Ziege oder Schwein mit der Zeit spröde und sogar brüchig.
Säckler empfehlen die Lederhose liegend und trocken zu lagern und immer wieder einmal aus dem Schrank zu hohlen damit auch „Luft rankommt“.
Herbert Greiner, ein Experte wenn es um das Waschen von Lederhosen geht, bietet genau diesen Service auf www.lederhosenwaschen.de an. Die Handwäsche und das Trocknen nach alter Hausrezeptur kostet für eine kurze Hirschlederhose € 40,00, eine Kniebundlederhose € 45,00 und eine Lange Lederhose € 50,00.

DIE „FRAU VON HEUTE“ TRÄGT AUCH LEDERHOSE

Auch die Damenwelt hat die Lederhose für sich entdeckt. Mit Tracht und Tradition hat das nichts zu tun, sondern ist ein Modetrend und Mode ist bekanntlich Geschmacksache. Hier gilt eher das Motto: cool & sexy.

Fotos
Vielen Dank an Bär Leder & Tracht, CocoVero, Daniel Fendler, franzmünchinger, Himmel Arsch & Zwirn, it`s great grafik design studio und Meindl.

22. Februar 2018